Die Familien Rauwolf und Wollrab in Tepl

aufgeschrieben von Rosa Wurz geb. Rauwolf                             im Dezember des Jahres 1997

 

    Während unseres Marienbad - Urlaubes haben wir öfter nicht nur das Stift Tepl angefahren,

 haben im Kloster besichtigt was uns vorgeführt, spazierten in den einst so schönen Park, besuchten

 hl. Messen in der Stiftskirche und suchten auf dem verwahrlosten Stiftsfriedhof nach den Grä-

bern von Onkel Egid und unseren zahlreichen verwandten Äbten. Dort findet man leider fast

keine Spur mehr.

     Von Abt Reitenberger, mit welchem wir zu mindestens 36 Linien die gleichen Vorfahren

haben, wissen wir, daß er in der Gruft der Friedhofskapelle beigesetzt ist. Die Äbte sollen entlang

der rechten Friedhofsmauer ruhen und Onkel Egid im 3. oder 4. Grab an der Mauer gleich links

 vom Eingang.

     Prof. Martin Alois David *1757 +1836 aus Zeberheisch bei Tepl, dem Rojauerhof, ruht im

 ersten Grab rechts vom Eingang. Auf dem alten Grabstein kann man die Schrift noch teilweise

 lesen. David studierte an der Prager Karlsuniversität, deren Rektor er von 1805 bis 1833 war.

 Außerdem war er Direktor der Prager Sternwarte von 1799 an über 30 Jahre.Er wurde von

 Kaiser Franz I.Österreich mit hohen Auszeichnungen geehrt.Sein Ölbild hängt im Vorraum

der Stiftsbibliothek.Mit 76 Jahren kehrte er ins Stift Tepl zurück und starb dort 3 Jahre später.

 In der Ahnenseite unseres Großvaters Josef Rauwolf finden wir in vielen Linien die gleichen

 Vorfahren, auch unseren Ahn Sebastian Brand von Brandenfels, dem wohl berühmtesten

unserer Vorfahren.

      Wir fahren stets auch nach Tepl, konnten auf dem Rathaus den Geburtsantrag unserer  

Großmutter Emilie einsehen ( die älteren Geburtenbücher befinden sich leider inKarlsbad),

nahmen  an den hl. Messen in der Ägidiuskirche teil und filmten sie.

     Im Gebäude Nr.6 am Gänsbühl, worin heute ein Restaurant betrieben wird, kehrten wir

auch  schon mit Bruder Rudolf ein. In dem alten Gewölbe im Erdgeschoß ist die Gaststube

 eingerichtet. Es handelt sich um das ehemalige Wollratshaus unserer Vorfahren. Man kann

sich gut vorstellen, daß sie dort ihre Lohgerberei betrieben haben.

     Meine Cousine Erika hat mir vor Jahren Kopien der Personenstandsurkunden unserer

 Vorfahren zurück bis zu unserem Ur- Urgroßvater Franz Rauwolf überlassen, welcher um

 1825 als Sattler und Tapezierer aus dem böhmischen Städtchen Dobris bei Pribram nach

Tepl kam. Er heiratete 1826 die Teplerin Barbara Köhler. Von ihnen aus wurde unsere

 Rauwolfabstammung begründet.

     Der Zusammenhang zwischen den aus Augsburg stammenden Rauwolf - Ahnen und denen

 nach Böhmen ausgewanderten muß noch erforscht werden.

     Die  Familie Rauwolf  gehört  zu  den relativ  jungen Tepler Sippen. Unser Ur- Urahn

Franz  Rauwolf sen. ist 1802 in Dobris geboren und tschechisch sprachig aufgewachsen und

behielt Zeit seines  Lebens den böhmischen Akzent. In Tepl nannte man ihn deshalb den

 "böhmischen Sadla".  

     Sein  Stammhalter  Franz  Rauwolf  jun. kam 1826 zur Welt.  Die  Mutter Barbara

starb nach  wenigen Ehejahren und Franz heiratete einzweites Mal,und zwar eine Tochter

seiner Heimat.Auch diese Frau sprach mit starkem böhmischen Akzent. Von weiteren

Kindern ist nichts bekannt. Der   Sohn Franz jun., unser Urgroßvater, erlernte ebenfalls das

 Sattlerhandwerk und begab sich in den  unmittelbaren Umkreis  von Marienbads,  welches sich

  damals im  Aufbau  befand.  Er  wohnte  zunächst in Abaschin, später in Auschowitz. Sein

 Vater folgte ihm dorthin und starb in Auschowitz um 1885. Dort wurde er auch beerdigt.

     Franz Rauwolf jun. heiratete in Tepl die 1824 geborene Apollonia Wollrab von dort und

sie starb 1889 ebenfalls in Auschowitz.Auch Franz Rauwolf jun.,unser Urgroßvater, starb

1900 in Auschowitz. Beide sind dort beerdigt.

   Doch zurück nach Tepl. Der Urgroßvater Franz kaufte das Haus, Gänsebühl Nr.16, das

 er später  gegen das Gebäude Nr. 227 in der Klostergasse eintauschte. Das Gebäude Nr. 16

 steht heute noch. Es sind davon Fotos vorhanden. In diesem Gebäude ist unser Großvater

Josef geboren, vermutlich auch seine Geschwister. Das Sattler- und Tapeziererhandwerk wurde

 in den beiden vorgenannten Gebäuden über viele Jahre hinweg ausgeübt, da er erst im reiferen

 Alter nach Auschowitz übersiedelte.

   Unsere Urgroßmutter Apollonia Wollrab stammte also aus dem sogenannten Brandhaus am

 Gänsebühl Nr. 6. Sie war die Tochter des Lohgerbers Felix Wollrab und die Enkelin des

ersten Tepler  Chronisten Franz Spitzl * 1779 + 1869. Ihre Verwandten waren der Bürger-

meister Norbert Lenz  * 1801 + 1847, der Marienbader Brunneninspektor  und Tepler Chorherr

 Pater Norbert Anton Spitzl, er war ihr Onkel. 

     Das Gebäude Nr.6 dürfte schon um 1670 erbaut sein und wird wohl einige Umbauten mit-

gemacht haben. Unser Urahn Adam Wollrab, Bürgermeister und Fleischer in Tepl Nr.54 in

 der Dörrengasse, hat das Gebäude Nr.6 vermutlich gebaut oder für seinen Sohn Ambros

Wollrab, unserem Urahn, der dort eine Fleischerei betrieb, gekauft. Dessen Tochter Margaretha

 Elisabeth * 1673 + 1743 verheiratet mit dem Sattler Johannes Jakob Forkl, ist in Nr.6 geboren. 

     Der Sohn von Ambros, Johannes David Wollrab * 1675, auch unser Urahn, ebenfalls

 Fleischer im Gänsbühl Nr.6. eine Tochter Marie Barbara Wollrab heiratete 1743 Johannes

 Lenz, Fleischer in Tepl. Dieser war der Sohn von Adam Lenz, Bauer in Pobitz Nr.11, seit 1

735 Fleischer und  Gastwirt in Tepl Nr.276 "Krone". Die Lenz Vorfahren waren in Pobitz,

 Kschika und Rauschenbach Bauern. Die Tochter von Johannes und Barbara Lenz, Magdalena,

 heiratete1778 den Franz Anton Wollrab, Lohgerbermeister bis 1779 in Tepl Nr.249, danach im

 Gänsbühl Nr.6. Denn seine Magdalena war die Erbin von Nr.6. Deren beider Sohn Felix

Anton Wollrab * 1787 in Nr.6 wurde Lohgerber und arbeitete bis 1829 im Gebäude 151, das

deiner ersten Frau gehörte.

     1821 heiratete er unsere Ur- Urgroßmutter  Viktoria Spitzl und zog mit ihr 1829 im Gebäude

 Nr.6 wo er wiederum die Lohgerberei betrieb, also in seinem Elternhaus. Viktoria war erst 19

 Jahre alt.  Er, Felix, brachte 6 Kinder aus der ersten Ehe mit. Aus der zweiten Ehe mit

Viktoria gingen vier Kinder hervor. Felix Wollrab starb im Gänsbühl 1831  mit 44 Jahren,

 während Viktoria als Witwe  bis 1857 lebte und im Gebäude Nr.6 nach langem Leiden verstarb.

     Der Sohn Josef Wollrab * 1822 + 1891 übernahm die elterliche Lohgerberei und vererbte sie

 dann seinem Sohn Josef Wollrab * 1860 + 1930. Nach dessen Tod wurde der Lohgerberbetrieb

im Gebäude Nr.6 eingestellt. Josef Wollrab * 1822 + 1891 war der Zwillingsbruder unserer Ur-

 Urgroßmutter Apollonia Wollrab verheiratete Rauwolf.

     Der letzte männliche Besitzer des Gebäude Nr.6, Josef Wollrab, starb 1930 und hinterließ

das Anwesen samt ausgedehntem Grundbesitz seiner ledigen Tochter Aloisia Wollrab, genannt

Brand Luis. Sie war geboren 1902 in Nr.6 und starb 1975 in Niederkleen / Hessen. Heute heißt

das im Gebäude Nr.6 befindliche Restaurant "Alte Post". Ob dort ein Postamt untergebracht war

wissen wir nicht.

     Zur Lohgerberei in Tepl wäre anzumerken, daß diese in Tepl erstmals von Jakob von

 Brandenfels,  Bürger und Lohgerbermeister in der Dörrengasse Nr.18, 19, auch ein Brandhaus,

 er war ein Sohn unseres Ahnherrn Sebastian Brand * 1585 + 1659, eingeführt wurde. Jakob war

 verheiratet mit  Regina Angerl aus der nahen Angerlmühle. Sie war die Schwester unserer

 Ahnherrin Apollonia Angerl verheiratet mit Benedikt Zimmerhackl. Der Sohn von Jakob und

 Regina Brand von Brandenfels, Sebastian Brand von Brandenfels übernahm die Lohgerberei.

Er war verheiratet mit  Katharina Wanka, Tochter des Jörg Wanka unserem Ahnherrn.

 Sebastian starb 1615.

     Sebastians Bruder Paul Brand von Brandenfels, er war Lohgerber und Kirchenvater,

 übernahm den Betrieb. Seine Witwe Margareta Frischmann führte den Betrieb weiter,

nachdem sie sich mit Wenzl Wollrab + 1707 aus Einsiedl, einem Lohgerber, verheiratete.

Sie sind unsere Ahnen.  DerSohn Wenzl führte den Betrieb weiter. Er war geboren 166_ .

Ebenso dessen Sohn Wenzl Ignaz  * 1692 + 1738. Wiederrum der Sohn Johannes Wenzl *

1723 + 1797 war Lohgerber in Nr. 18, 19.

Der nächste Inhaber war der Sohn Josef *1756 + 1834 und es folgte dessen Sohn Josef  * 1756 +

 1834 und es folgte dessen Sohn Josef * 1797 + 1828 und sein Bruder Norbert * 1808 + 1865,

welche die Lohgerberei in anderen Häusern betrieben.

     Deren Bruder Wenzl * 1802, verheiratet mit Ludmilla Wollrab aus Gebäude Nr. 6, betrieb

auf Nr.19 die Lohgerberei. Hier endete die Lohgerberei. Die Nachfahren wurden Gelbgießer,

 dies ist die Herstellung von Kupferlegierungen.

     Von allen sogenannten Brandhäusern  steht heute nur noch das Haus Gänsbühl Nr.6 , die

 anderen wurden in den 50er Jahren abgerissen. Auf dem eingeebneten Grundstücken am

 Marktplatz steht  heute das neue Tepler Hotel.

     Ludmilla  Wollrab aus Nr.6  * 1812  war die  Stiefschwester  von unserer  Ur-  Urgroßmutter

Apollonia Wollrab verheiratete Rauwolf. Sie stammte aus erster Ehe des Felix Wollrab mit

 Maria Anna Pistl.

     Abschließend will ich noch auf unsere Spitzl Vorfahren eingehen. Unser erstgenannter Ahn in

der Spitzl Linie ist Jakob Spitzl * um 1590 + 24.08.1651, verheiratet mit Margaretha

 (Familienname unbekannt). Jakob kaufte während des 30jährigen Krieges einen Hof in Witschin.

 Die Witschiner Pfarrmatrikel befinden sich heute im Staatlichen Archiv Pilsen. Die

 Registrierung in Witschin begann erst um 1600, so daß über seine Herkunft wenig bekannt ist.

 Vermutet wird, daß er von  Kladerlas nach Witschin kam und damals "Spitzhütel" hieß. Der

 Name teilte sich später in "Spitzl" und "Hütl". Evtl. hat Jakob den Hof selbst gebaut und zwar

im Stil des Alpengebietes,ein Holzhaus.

Er könnte aus der Schweiz zugewandert sein. Der Hof hatte ein tief heruntergezogenes

 Schindeldach und wurde "Garschahof" genannt. Eine Postkarte aus 1900 soll noch vorhanden

sein. Es soll um 1930  wegen Baufälligkeit abgebrochen worden sein. Jakob hatte drei Töchter und

 einen Sohn Paul, der den Hof übernahm und Ortsrichter wurde.

      Er heiratete eine Tochter des reichen Holdschick - Müllers und wurde der reichste Bauer der

Umgebung. Er hatte 32 ha Grundbesitz. Die alte Holdschickmühle befand sich am Kapplbach, der

später Neumarkter Bach hieß.

     In unserem letzten Urlaub fuhren wir den Bach entlang und fanden Mauerreste dieser Mühle,

welche bis zum 30jährigen Krieg zurückverfolgt werden kann. Urban Holdschick ist unser ältester

 Ahn in dieser Linie.An diesem Bach befanden sich mehrere Mühlen,die sämtlich von unseren

 Vorfahren  betrieben wurden, so die Rollermühle, die Naumühle und die Dansamühle. Es sind

 nicht die einzigen Müller - Vorfahren, denn in Tepl gab es noch die Stroher-, die Schwalben-,

die Angerl und die Steinsmühle, die in Besitz unserer Ahnen waren.

     Der nächste Bauer auf dem Garschahof war der Sohn Augustin gefolgt von dessen Sohn

 Thomas  Spitzl,dieser starb schon mit 35 Jahren,seine Witwe Dorothea Heidl aus Prochomuth

 heiratet wieder und zwar Josef Garscha aus Neschikau. Er hinterließ 5 Halbwaisen, für welche

 der zweite Ehemann  bestens sorgte. Hoferbe wurde Johannes Wenzl Spitzl * 1721 + 1789. Ihm

 folgte der Sohn Martin  * 1760 + 1803, verheiratet mit Rosina Löw aus Neschikau. Sie hatten

 keine Kinder. Der Hof ging später an einen Neffen Josef Löw aus Besikau über. Nach seinem

 Tod heiratete seine dritte Frau den Florian Holdschick, der den Hof übernahm.

     Dessen Enkel Anton Holdschick war der letzte Besitzer des Garschahofes. Nach dem Ortsplan von

Witschin stand der Hof rechts neben der später erbauten großen Ortskirche, die dem hl. Jakobus ge-

weiht wurde, heute verlassen und innen ausgeräumt in dem fast zerstörten Ort. Witschin liegt in

 einer landschaftlich sehr schönen Gegend, nahe der Stadt Neumarkt. Neumarkt ist die

 Heimatstadt vom   Abt Reitenberger, der Erbauer Marienbads. Dieser hat in 36 Linien die

 gleichen Vorfahren wie  wir, sowohl in der Nadler- als auch in der Rauwolf - Wollrab - Linie.

    Neumarkt ist auch der Geburtsort der Tepler Äbte Raimund I.Wilfert und Göhl von Dodhorn-

stein unsere mehrfach Verwandten. Die sehr schöne Neumarkter Kirche wird nun restauriert.

 Oben   im Altarbild befinden sich die Initialen von Abt R.W.  Abt Reitenberger stiftete noch

 während  seines Exilaufenthaltes in Wilten bei Innsbruck für seine Taufkirche in Neumarkt den

 Kreuzweg  und eine große Madonnenstatue, sowie verschiedene andere sakrale Gegenstände.

     Bei unserem letzten Marienbad - Urlaubes konnten wir diese Kirche zweimal besichtigen und

filmen. Den Schlüssel hat die Messnerin. Über unsere verwandten Äbte berichte ich später einmal.

Die genannten Bauern vom Garschahof Paul und Christian Spitzl sind unsere Ahnen geworden.

Ein Sohn von diesen namens Simon,war Kantor in Schlaggenwald. Ein weiterer Sohn, Gregor, ging

nach Tepl und machte dort als Stadtrichter und langjähriger Bürgermeister soziale Karriere.   Er

heiratete die Witwe Eva Müller geb. Milde, deren Vater städtischer Wundarzt war. Auch sie sind

unsere Ahnen geworden. Ein Bruder der Mutter von Eva, Hans Uhl, war von 1670 - 1682 Abt des

Stiftes Tepl. Ein weiterer Angehöriger der Milde - Linie, Eduard Milde, war Erzbischof in Wien

St. Stephan.Ein Neffe von Paul Spitzl, Augustin, war Schulrektor in Tepl und heiratete mit

 Sibylla Apollonia Rosner, die auch unsere Ahnen sind.

     Ei Bruder des Augustin, Anton Josef Spitzl, war Bürgermeister in Tepl und der Jüngste

 Bruder Johann Wenzel Spitzl * 1708 + 1761, starb als Pfarrherr von Chodau bei Karlsbad, wo

er heute noch in der Gruft ruht. Die Mumie ist heute noch 2 mtr. lang und kann besichtigt werden.

 Ein Enkel von Augustin  und  Sybilla  Spitzl war  Franz  Augustin  Spitzl, der erste Chronist

von Tepl.  Seine "Notaten" sind in meinem Besitz und können auf Wunsch geliefert werden.

Franz Spitzl ist unser Ur- Ur- Urgroßvater. Er besuchte die Tepler Schule und wechselte dann

in die Stiftsschule. Dort lernte neben den üblichen Fächern intensiv Gesang, Violine, Flöte,

 Klarinette und Klavier. Bei seinem Stiefvater lernte er das Weißgerbergewerbe. Bald jedoch

zog er in die Ratskanzlei ein und wurde Kanzlist und später städtischer Steuereinnehmer. Er

stand ein halbes Jahrhundert im Dienst seiner Vaterstadt. Verheiratet war er mit Franziska

 Lenz, sie hatten zwölf Kinder, darunter unsere Ur- Urgroßmutter Viktoria, verheiratet mit

Felix Wollrab, dem Lohgerbermeister, siehe oben. Der Sohn Anton  * 1809 + 1867 war Chorherr

 des Stiftes Tepl. Sein Priestername  war Norbert. Dieser war Pfarrer in Maria Stock, einer

 großen Wahlfahrtskirche bei Buchau, die verfällt. 

     Wir besuchten diese herrliche Anlage vor kurzem und waren sehr beeindruckt. Danach war er 

Pfarrer in Einsiedl und Dobrzan, und seit 1852 Brunneninspektor  in Marienbad. Die Tochter

Anna heiratete den Tischlermeister Anton Trötscher in Tepl, am Gänsbühl 8, deren einziger 

Sohn ist der spätere Landesschulinspektor Dr. Josef Trötscher. 

     Unser Urahn Benedikt Trötscher  *1510, war Bürger in Schlaggenwald, er erhielt 1542 von

Kaiser Karl V. ein Wappen. Sein Sohn Benedikt Trötscher jun. war später Bürger in Einsiedl 

und Mitbesitzer der Proklmühle, dessen Sohn Benedikt, * 1565 in Einsiedl, ging nach Tepl und

wurde dort Bürgermeister und Brauer. Dessen Sohn, Johannes, war ebenfalls Bürgermeister 

und Brauer in Tepl. Sein Bruder, Ambros Trötscher, war von 1654 bis 1658 Abt im Stift Tepl.

Ein Sohn von Johannes Trötscher, Augustin, war Pfarrer in Tepl und Pistau. Ein weiterer Sohn

Georg Adalbert Trötscher, war Bürgermeister in Tepl. Ein Tochter, Walburga heiratete Andreas

Wollrab, Fleischermeister und Wirt in Tepl Nr.61. Georg Adalbert Trötscher heiratete die Eva

Regina Schemmerl von der Rotta, Tochter des Tobias Schemmerl von der Rotta, öffentlicher

Notar und Amtsschreiber im Stift Tepl.

     Wieder zurück zum Ahn Franz Spitzl. Der Sohn Johann Spitzl wurde Weißgerbermeister.

Er starb mit fünfzig Jahren  und hinterließ fünf unmündige Kinder. Seine Enkel übersiedelten

alle nach Österreich - Salzburg. Hier sei mir genannt der Benediktinerpater Rudolf Spitzl, der

in Linz wirkte und seine Schwester Dr. Anna Spitzl, Landschulrätin in Salzburg.

     Ein Sohn von Franz Spitzl, ebenfalls Franz, studierte Theologie in Linz und wurde dort 1842

zum Priester geweiht, kam dann nach Gleink in Österreich, wo der aus Tepl stammende Franz

Wollrab Pfarrherr war. Danach war er als Pfarradministrator in Taufkirchen am Inn und

später wieder Pfarrer in Linz.

     Zahlreiche Verwandte und Vorfahren aus der Spitzel - Wollrab - Linie waren über 300 Jahre

lang Bürgermeister der Stadt Tepl. Auch drüber berichte ich ein andermal extra.

     Nachzutragen wäre noch, daß die Frühgeschichte Witschins besagt, daß der Ort bereits im 13.

Jahrhundert bestand und Witwensitz der Königin Konstantina, der Mutter König Wenzels I.  

war.  Der Ort besaß ein Schloß und eine Brauerei und bildete mit angrenzenden Ortschaften ein

Gut, welches später vom Stift Tepl gekauft wurde. Bei Grabarbeiten stieß man auf einen alten 

sehr tiefen Brunnen und auf Ziegelmauerwerk von beachtlichem Ausmaßen des ehemaligen 

Schlosses. Weiter traf man auf einen Pestfriedhof an der Tepler Straße.

     Zu unserer Rauwolf Familie möchte ich noch festhalten, daß unser Großvater Josef Rauwolf

eine Schwester hatte, die nach ihm als fünftes Kinde geboren wurde. Sie hieß Anna verheiratete

Rödl und wohnte in Auschowitz. Dies war auch der Grund, warum unser Urgroßvater Franz 

Rauwolf mit drei seiner Söhnen, die alle das Sattler und Tapeziererhandwerk erlernten, nach

Auschowitz zog. Darunter befand sich auch Alois Rauwolf, welcher später das Hotel "Rauwolf"

baute und betrieb.

 

                                                                                       Dezember 1997